Wer nach dem September-Update unter Windows 11 mit Soundproblemen zu kämpfen hat, muss noch mindestens bis Mitte Oktober auf eine strukturelle Lösung warten. Microsoft bestätigte, dass der Notfallpatch vom 14. September zwar andere kritische Fehler behebt, das Audioproblem selbst aber nicht anfasst. Für Unternehmen und Privatanwender, die auf USB-Audiogeräte angewiesen sind, ist das eine unangenehme Nachricht – einen Workaround gibt es bislang nicht.
Was ging beim September-Update schief?
Am 8. September veröffentlichte Microsoft KB5124008, das reguläre Patch-Tuesday-Update für Windows 11 24H2 und 25H2. Das Update schloss knapp tausend Sicherheitslücken und brachte lang erwartete Funktionen wie die verschiebbare Taskleiste. Gleichzeitig verursachte es zwei deutliche Regressionen: Remote-Desktop-Verbindungen (RDS) fielen aus oder blieben bei „Bitte warten Sie auf die Remotedesktopkonfiguration“ hängen, und Anwendungen, die Linux-VMs über freigegebene Plan9-Ordner nutzen – darunter Claude Cowork und WSL – verloren den Zugriff auf lokale Dateien, selbst bei zuvor erteilter Berechtigung.
Notfallpatch behebt RDP und Speicherzugriff
Sechs Tage später, am 14. September, folgte der Out-of-Band-Notfallpatch KB5129195, der Windows 11 25H2 auf Build 26200.9457 und 24H2 auf Build 26100.9457 bringt. Dieses Update behebt die RDP-Störung und das Plan9-Problem vollständig und enthält zusätzlich eine Sicherheitskorrektur für CVE-2026-62721, eine Schwachstelle im Windows User-Mode Power Service, über die Angreifer mit lokalem Zugriff SYSTEM-Rechte erlangen konnten.
Das Soundproblem bleibt hartnäckig
Trotz des Notfallpatches melden Nutzer weiterhin zwei getrennte Audioprobleme. Bei manchen Geräten zeigt der Geräte-Manager die Fehlermeldung „Dieses Gerät kann nicht gestartet werden (Code 10)“, wodurch das Audiogerät komplett ausfällt. Bei anderen PCs bleibt die Lautstärke auf null stehen, ohne dass sich das ändern lässt. Microsoft erklärt, das Problem sei auf USB-Audiogeräte begrenzt, räumt aber ein, Meldungen von einer breiteren Nutzergruppe zu erhalten. Auch die Einstellungsseite für Sound selbst stürzt bei manchen Anwendern ab, bevor überhaupt etwas angepasst werden kann.
Wann kommt die Lösung?
Microsoft hat bestätigt, dass das Problem weiter untersucht wird, eine konkrete Lösung ist aber frühestens mit dem regulären Patch-Tuesday-Update vom 13. Oktober 2026 zu erwarten. Bis dahin bleibt betroffenen Nutzern nur der Umstieg auf Bluetooth-Kopfhörer oder interne Lautsprecher, da ein Zurücksetzen des Updates auch die enthaltenen Sicherheitskorrekturen rückgängig macht.
AMD-Radeon-GPUs weiterhin nicht repariert
Unabhängig vom Soundproblem kämpfen auch Besitzer von AMD-Radeon-Grafikkarten weiterhin mit Problemen, die das September-Update ausgelöst hat: Treiber-Timeouts, schwarze Bildschirme und Systemeinfrierungen, auch außerhalb von Spielen. Betroffen sind unter anderem die RX 6600, RX 7700 XT, RX 7800 XT, RX 7900 GRE, RX 7900 XTX und RX 9070 XT. Das Zurücksetzen älterer GPU-Treiber löst das Problem nicht; nur das Entfernen des Updates hilft, was wiederum zulasten der Sicherheitsupdates geht. KB5129195 enthält hierfür keine Korrektur.
Was bedeutet das für Nutzer?
Wer das September-Update bereits installiert hat, sollte den aktuellen Build unter Einstellungen > System > Info prüfen. Steht dort Build 26200.9457 (25H2) oder 26100.9457 (24H2), ist der Notfallpatch bereits vorhanden und die RDP- sowie Speicherprobleme sind behoben. Für das Soundproblem gibt es keine Einstellung zum Ändern: Betroffene können nur auf ein Update warten oder vorübergehend auf ein anderes Audiogerät umsteigen. IT-Administratoren, die RDS-Server oder Linux-basierte Tools nutzen, können den Notfallpatch bedenkenlos ausrollen, sollten Nutzer mit USB-Audiogeräten aber vorab informieren.
Was du daraus mitnehmen kannst
Das September-Update für Windows 11 zeigt, wie ein Paket mit knapp tausend Sicherheitskorrekturen auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben kann, die sich nicht auf einen Schlag lösen lassen. Microsoft hat die störendsten Probleme – die RDP-Ausfälle und den Claude-Cowork/WSL-Speicherfehler – mit dem Notfallpatch vom 14. September zügig behoben, doch die verbleibenden Sound- und GPU-Probleme zeigen, dass sich nicht jedes Problem isoliert und schnell patchen lässt.
Für Nutzer und Administratoren bedeutet das vor allem Geduld: Der Notfallpatch lohnt sich wegen der behobenen RDP- und Speicherfehler sowie der zusätzlichen Sicherheitskorrektur, wer aber auf USB-Audiogeräte oder eine AMD-Radeon-Grafikkarte angewiesen ist, muss mit einer Wartezeit bis mindestens 13. Oktober rechnen. Wer ohnehin einen sauberen Neuaufsetzen in Erwägung zieht, findet mit einer Windows 11 Pro Lizenz von Directlicenz.de eine sofort einsatzbereite Grundlage für eine frische Installation.



