Windows 11: Updates lassen sich künftig immer wieder 35 Tage pausieren
Microsoft hat mit dem Juli-Update für Windows 11 eine neue Möglichkeit eingeführt, Windows-Updates aufzuschieben. Statt Updates lediglich für einen festen Zeitraum zu pausieren, können Nutzer nun selbst ein Enddatum innerhalb der nächsten 35 Tage auswählen. Anschließend lässt sich die Pause bei Bedarf erneut verlängern.
Damit erhalten Nutzer deutlich mehr Kontrolle darüber, wann Windows Updates herunterlädt und installiert.
Was hat sich bei Windows Update geändert?
Windows 11 erhält in den Einstellungen unter Windows Update eine neue Kalenderansicht. Nutzer wählen dort ein konkretes Datum aus, bis zu dem Updates pausiert werden sollen.
Das gewählte Datum darf maximal 35 Tage in der Zukunft liegen. Ist eine Pause bereits aktiv, kann später erneut ein neues Enddatum ausgewählt werden. Auch dieses darf wiederum bis zu 35 Tage ab dem jeweiligen aktuellen Datum in der Zukunft liegen.
Microsoft erlaubt es damit, die Update-Pause immer wieder zu verlängern.
Keine dauerhafte Deaktivierung von Windows Update
Auch wenn teilweise von einem „unbegrenzten Pausieren“ gesprochen wird, werden Windows-Updates dadurch nicht dauerhaft deaktiviert.
Die Pause gilt jeweils nur bis zum gewählten Datum. Nutzer müssen anschließend bewusst eine neue Pause festlegen. Wird nichts unternommen, nimmt Windows Update seine Arbeit automatisch wieder auf und sucht nach verfügbaren Updates.
Die neue Funktion bietet also deutlich mehr Flexibilität, ohne die automatische Update-Funktion vollständig abzuschalten.
Bestandteil des Updates KB5101650
Die neue Funktion wurde mit dem Windows-11-Update KB5101650 vom 14. Juli 2026 für Windows 11 Version 24H2 und 25H2 verteilt.
Das Update enthält neben neuen Funktionen auch zahlreiche Sicherheitskorrekturen. Der Patch Tuesday im Juli 2026 war besonders umfangreich: Microsoft schloss mehrere hundert Sicherheitslücken.
Das ist beim Pausieren wichtig. Wer Windows Update stoppt, verschiebt nicht nur neue Funktionen, sondern in der Regel auch die Installation wichtiger Sicherheitsupdates.
Eine lange Update-Pause kann deshalb dazu führen, dass bekannte Sicherheitslücken länger ungepatcht bleiben.
Warum führt Microsoft diese Funktion ein?
Microsoft hatte die neue Kalenderfunktion zuvor bereits mit Windows Insidern getestet.
Ein häufig genannter Kritikpunkt an Windows Update sind Updates und Neustarts zu ungünstigen Zeitpunkten, beispielsweise während der Arbeit, einer Präsentation oder auf einer Geschäftsreise.
Mit einem selbst gewählten Enddatum lässt sich die Installation besser planen. Nutzer können Updates beispielsweise einige Tage verschieben und sie anschließend bewusst zu einem geeigneten Zeitpunkt installieren.
Für welche Windows-11-Versionen gilt die Funktion?
Die neue Update-Pause wird unter anderem für unterstützte Systeme mit Windows 11 Version 24H2 und 25H2 bereitgestellt.
Für nicht von einem Unternehmen verwaltete PCs mit Windows 11 Home oder Pro Version 24H2 gilt allerdings weiterhin, dass Microsoft diese Systeme automatisch auf Windows 11 Version 25H2 aktualisiert.
Windows 11 24H2 Home und Pro erreichen am 13. Oktober 2026 das Supportende. Die Pausenfunktion kann den Installationszeitpunkt verschieben, verhindert die Umstellung auf eine neuere unterstützte Windows-Version aber nicht dauerhaft.
Weitere Neuerungen des Juli-Updates
KB5101650 enthält neben der neuen Update-Pause noch weitere Verbesserungen. Dazu gehören unter anderem:
Screen Tint: Eine neue Vollbild-Farbtönung unter den Bedienungshilfen, mit der die Belastung der Augen reduziert werden soll.
Verbesserte Bildschirmlupe: Präzisere Zoomstufen erleichtern die Nutzung der Windows-Lupe.
Weniger störende Widgets: Das Widgets-Fenster öffnet sich standardmäßig nicht mehr automatisch, wenn der Mauszeiger darüber bewegt wird.
Bluetooth-Verbesserungen: Microsoft hat verschiedene Änderungen zur Verbesserung der Stabilität und Verbindung vorgenommen.
Was bedeutet die Änderung für Nutzer?
Für Privatanwender bedeutet die neue Funktion vor allem mehr Flexibilität. Updates lassen sich beispielsweise vor einer wichtigen Präsentation, einer Reise oder einer arbeitsreichen Woche gezielt verschieben.
Auch für Unternehmen und IT-Administratoren kann die Funktion praktisch sein. Dennoch sollten insbesondere Sicherheitsupdates nicht unnötig lange aufgeschoben werden.
Wer Updates pausiert, sollte daher idealerweise bereits festlegen, wann sie anschließend installiert werden.
Problem mit bestimmten Dell-PCs inzwischen behoben
Kurz nach Veröffentlichung von KB5101650 blockierte Microsoft das Update vorübergehend für eine begrenzte Anzahl von Dell-Geräten mit bestimmten Intel Innovation Platform Framework (IPF)-Treibern.
Grund war eine Inkompatibilität, die unter anderem zu unerwartetem Herunterfahren, höherem Stromverbrauch, stärkerer Wärmeentwicklung und Leistungseinbußen führen konnte.
Microsoft veröffentlichte am 18. Juli 2026 das außerplanmäßige Update KB5121767, mit dem dieses Problem für betroffene Geräte behoben wurde. Die zuvor blockierten Dell-Geräte können damit wieder aktualisiert werden.
Was sollte man sich merken?
Die neue Kalenderfunktion von Windows Update gibt Windows-11-Nutzern deutlich mehr Kontrolle über den Installationszeitpunkt von Updates. Updates können bis zu 35 Tage pausiert werden und die Pause lässt sich anschließend immer wieder mit einem neuen Enddatum verlängern.
Eine dauerhafte Abschaltung von Windows Update ist es jedoch nicht.
Vor allem Sicherheitsupdates sollten nicht länger als notwendig verschoben werden. Die neue Funktion eignet sich daher besonders dazu, ungünstige Installationszeitpunkte zu vermeiden – nicht dazu, Windows-Updates dauerhaft aufzuschieben.


